Der Trip nach Berlin 1. Bericht

Am Sonntag den 19. November 2017 war es so weit. Ich ging wieder mal auf Auslandreise. Der Grund dafür war wie meistens eine Konferenz. Am Sonntag war nur mein Anreisetag. Ich buchte schon etwa ein ein halb Monate zuvor einen Flug von Zürich nach Berlin Tegel. Berlin Brandenburg lässt ja noch auf sich warten, aber das ist ein Thema für sich 😉

Ich buchte ohne Assistenz am Flughafen, was ich dieses mal fast bereute. Ich war nämlich körperlich nicht so fit. Doch auch zu diesem Thema blogge ich ein anderes mal. Ich hätte zwar ein Gepäckstück gebucht, da ich eigentlich das Kamera Equipment mitbringen wollte. Ich entschied mich dann allerdings, nur mit Handgepäck zu reisen. Ich hatte einfach keine Lust, noch einen Koffer mitzuschleppen.

Bei uns fiel an diesem Morgen der erste Schnee. Toll ausgerechnet Heute. Ja, ja, die weisse Pracht ist toll fürs Auge, Kinder und Wintersportler, aber das wars dann auch. Ich bin kein Fan davon. Wie auch immer, es sind ja nur ein paar Meter zur Busshaltestelle und dann ging es um neun Uhr Richtung Zürich.

Ich war viel zu früh in Zürich. Eigentlich hätte ich auch einen Zug später nehmen können. Aber ich war lieber zu früh als zu spät. Ich brauchte allerdings auch etwas Zeit, um mein Gate zu finden. Ich konnte meinen Flug auf den Tafeln einfach nicht finden. Schlussendlich bemerkte ich, dass auf der Boarding Card die Boarding Zeit drauf stand, auf den Abflugstafel aber die Abflugzeit.

Wie auch immer, ich fand den Weg in den Flieger und der Flieger fand den Weg nach Berlin, wo wir nach einem Sinkflug durch eine dicke Wolkenschicht sicher landeten. Der Flughafen Tegel ist wirklich was Spezielles. Vom Flugzeug zum Ausgang sind es gerade mal etwas mehr als 100m. Zumindest wenn man im richtigen Gate ankommt.

Eigentlich wollte ich die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen, um ins Hotel zu gelangen. Die Taxis standen allerdings so verlockend nahe, dass ich mich dann doch für den bequemen Weg entschied. Der erste Eindruck: es ist alles sehr weit auseinander Gebaut, was einem das beengende Gefühl, das Städte oft haben, ein bisschen nimmt. Allerdings ist alles auch sehr quadratisch, was auf mich wieder um etwas langweilig wirkte.

Mein Hotel lag im ehemaligen Osten. Alte DDR Plattenbauten lassen grüssen. Wobei in dem Stadtteil die meisten Renoviert waren. Im Hotel angekommen checkte ich ein und bezog mein Zimmer. Ibis Budget, wirklich nichts spezielles, aber für die zwei Nächte muss es reichen.

Zum Abendessen ging ich in ein Steakhous um die Ecke. Das Essen war… sagen wir mal Zweckmässig. Ich war in den drei Tagen drei mal in einem Restaurant, aber begeistert war ich von keinem. Es war nicht schlecht aber mir fehlte so ein bisschen das gewisse Etwas. Aber hey, ich war ja nicht zum Essen nach Berlin geflogen. 😉

Neben den lärmigen Hauptstrassen hat Berlin auch ruhige Ecken. Apropos Lärm. Mein Hotel war sowas von ruhig. Ich war wirklich erstaunt von der Schall Isolierung. Mein erster Eindruck von mir… zu gross für mich, um hier leben zu können. Aber für eine Konferenz sicher keine schlechte Wahl.

Müde versank ich in mein Hotel bet, Morgen ist noch ein anstrengenderen Tag.

 

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Als Behinderter in der grossen weiten Welt

Heute bin ich zu Hause, morgen bei einer Firma etwas mehr als 100km weg. Nächste Woche bin ich zu einer Vereinsgründung eingeladen. übernächste Woche Fliege ich kurz nach Berlin für eine Konferenz und ein Meeting. Dann wieder zwei Wochen später bin ich kurz an einer Messe als Besucher in Luzern und nur ein Tag später in Dornbirn (AT) als Aussteller und Referent an einem Computer Event.

Wenn mich Leute an einem Freitag Abend durch den Zürcher Hauptbahnhof humpeln sehen, denken wohl einige. Ah der geht jetzt gerade von seiner Institution zurück zu seinen Eltern. Als Behinderter hat man immer wieder mit Stigmatisierung zu kämpfen… Eigentlich haben wir das doch irgendwie alle. Als behinderter ist es einfach extremer. Und natürlich kommt es auch sehr auf die Behinderungsart drauf an. Von Querschnittgelähmten weiss man, dass die meisten ein selbständiges Leben führen. Bei ICP – die meisten wissen jetzt vermutlich nicht mal was das ist – ist das eine andere Geschichte. Sprüche wie:

Finden sie alleine zurecht?

oder

Kann ich über die Strasse helfen

Sind da ganz normal. Manchmal wollten mich Leute auch schon zurück zum nächst gelegenen Behinderten Heim bringen. „Nein, ich bin nicht ausgebüxt, ich suche grade die Firma XY, ich hab da einen Termin“, sage ich dann oft. Die Gesichter sollte man jeweils Fotografieren. 😉 Vor Jahren, als ich mal mit meiner (Nichtbehinderten) Sportgruppe in einen Trainingscamp nach Grand Canaria flog, wurde ich sogar unfreiwillig separiert. Es war gleichzeitig eine Feriengruppe mit Behinderten im Flugzeug. Diese wurden mit einem Spezialfahrzeug abgeholt. Die Flugbegleiterin dachte wohl, dass ich zu denen gehöre und liess mich nicht vorne aussteigen. Ich kam dann an einem anderen Ort im Terminal an, und musste erst meine Trainingsgruppe wieder finden.

Aber es gibt auch die angenehmen Seiten. Am Flughafen muss ich bei der Sicherheitskontrolle nie anstehen, ich werde immer bevorzugt behandelt. Worüber ich auch froh bin, denn in einer Kolonne anzustehen braucht für mich mehr Energie als schnell zu gehen. Wenn ich mal nicht weiss, wo es hingeht, kriege ich immer eine Antwort und zwar relativ schnell. Das heisst allerdings nicht, dass ich mich völlig unvorbereitet in die Reiseabenteuer stürze.

Ein weiteres Phänomen ist, dass viele Menschen mehr wissen wollen über einem. Sei es der Taxifahrer der einem vom Flughafen zum Hotel fährt. Sei es der Barkeeper, bei dem man am Abend noch was trinkt. Sei es das Pärchen das neben einem im Zug sitzt. Alle sind neugierig zu wissen, wer da gerade neben ihnen sitzt.

Für viele Menschen ist es halt immer noch speziell, ein Menschen mit CP in „Freier Wildbahn“ zu sehen. Und dass diese Person dann auch noch in der IT Welt international mitmischt, passt so gar nicht ins Bild. Aber das stört mich überhaupt nicht. Irgendwann wird sich die Welt auch an den behinderten Programmierer gewöhnen 😉

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Es geht hier wieder weiter

Hallo zusammen

Ende des letzten Jahres, setzte ich vermehrt auf Vlogs in YouTube. Diese sind aber mindestens doppelt so aufwändig wie einfach nur ein Text zu schreiben.  Ich erhoffte mir, dass die Leute eher ein Video anschauen, als ein Blog zu lesen. da lag ich aber falsch. Einfache Informations Vlogs, bei denen gelabert wird, werden genau so oft angesehen wie ein normalen Blog.

Die richtigen Vlogger filmen ihren Tag, und geben sich auch sehr viel Mühe im Schnitt. Dafür habe ich weder Lust noch Zeit. Auf meinem Kanal wird daher grösstenteils nur noch Tutorials und „Backstage Software Entwicklung“ kommen.  Hier kommen die Informationen über meine Arbeit.

Ach ja, für alle die es nicht mitbekommen haben. Ich habe Ende dieser Saison meinen Rücktritt aus dem Sport gegeben. Auf Grund meine Behinderung bin ich allerdings nach wie vor dazu „verdammt“ zu trainieren. Neben den ganzen IT Projekte die ich aktuell habe, informiere ich Euch auch hin und wieder, wie es mir gesundheitlich geht, und wie die Trainings so wirken.

Ich wünsche Euch viel Spass beim lesen.

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Hier geht’s weiter

Hallo zusammen

Dieser Blog wird jetzt geschlossen, und es geht hier weiter. Danke fürs lesen und willkommen auf dem neuen Blog.

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02:00 Morgens

Hallo zusammen

Es ist gerade mitten in der Nacht, und ich habe nichts besseres zu tun, als einen Blog zu schreiben. Ich installierte gestern gerade Windows auf meinem Hauptrechner neu. Nach einem Jahr und vier Monaten wurde das ding zu wackelig um vernünftig zu arbeiten. Ja, ich gebe zu, ich quäle das ding ja schon. Ein Laptop eines Entwicklers zu sein ist eben kein Zuckerschleck. Der Computer ist auch noch nicht fertig installiert. Diverse SDK’s fehlen noch. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gross die ganzen Entwickler Tools sind. Man muss wissen, dass ich aktuell kein Festnetz Internet zu Hause habe. Da ich viel unterwegs bin, hab ich auf eine komplett mobile Lösung umgestellt. Die Basis davon bildet ein Lenovo X240 Ultrabook. Eines der wohl leistungsstärksten subnotebook die es gibt. Dennoch kommt das Gerät vor allem bei der Entwicklung von OpenOffice an seine Grenzen. Deswegen habe ich zusätzlich wieder meinen vorherigen Haupt Computer einen I-Mac 2011er Modell in betrieb genommen. OpenOffice zu bauen braucht extreme Ressourcen. Da läuft ein vier Prozessoren Computer locker mal eine Stunde auf Volllast. Bauen nennt man im Entwickler jargon das übersetzen des Programmtextes in Maschinencode was für den Computer dann ausführbar ist. Solche Arbeiten, die der Computer alleine erledigen kann, lagere ich gerne mal aus. Dann hab ich meinen Hauptcomputer frei, und kann auch ohne Probleme ins Training gehen.

Aber aktuell ist in den Trainings eher Pause. Ich mache etwas Erhaltungstraining, mehr auch nicht. Da geht’s dann wieder richtig los im neuen Jahr.

Gruss Raphael

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Die neue Trainingsstrategie

Letzte Saison hatte ich wie bereits geschrieben, nicht den Erfolg den ich mir erhoffte. Die Idee war, möglichst schnell zu Fortschritten zu kommen. Dafür warf ich alle Trainings die ich bis jetzt kannte, und einen positiven Effekt auf die Behinderung hatten, in einen Topf. Die Fortschritte kamen auch… aber gingen auch wieder schnell. Nach dem Hoch riss es mich immer wieder in ein Tief. Diese waren teilweise so extrem, dass ich selbst bei alltäglichen Sachen wie dem Einkaufen Probleme bekam. Ich viel zum Beispiel einfach mal hin, was ich sonst nie tue.

Ich habe eine Theorie was da passiert sein könnte. Der Körper hat ja gewisse Bewegungsmuster, die für ihn stimmen. Bei meiner Behinderung sind die Bewegungsmuster wohl so abgestimmt, dass schlecht steuerbare Muskeln nicht, oder nur wenig gebraucht werden. Werden jetzt plötzlich neue Muskeln verfügbar. weil das Training die Ansprechbarkeit erhöht, beginnt das Hirn automatisch für die Muskeln eine Aufgabe zu finden. Das geht auch eine Weile gut. Doch dann kommt es irgendwann zur Überforderung oder zur sportlichen Disbalance. Dan beginnen die Probleme. Entweder Schmerzen, oder aber koordinative Schwierigkeiten. Wenn neue Muskeln in den Bewegungsablauf eingebaut werden, sind ja immer auch die übrigen Muskeln betroffen. Die haben aber bereits ihren Ablauf, und der ist tief im Hirn gespeichert. Je älter desto schwieriger lässt sich das modulieren. Wenn nun die neuen Muskeln aktiv sind, die alten aber noch genau das tun was sie immer taten, kann das nur zu Problemen führen. Irgendwann sagt dann das Hirn, stop, so geht das nicht, das neue Bewegungsmuster ist kacke ich schmeiss das wieder über Bord. Und schon sind die Fortschritte dahin.

Um dem Problem zu begegnen werde ich die Fortschritte weniger Forcieren. Sobald kleine Schritte da sind, werde ich wieder auf Erhaltungstraining umstellen. Damit kann sich der Körper hoffentlich langsam an die Veränderungen gewöhnen, und wirft nicht gleich wieder alles über Bord. Eine weitere Strategieänderung ist, dass ich den Trainingsschwerpunkt aktuell mehr auf die Wade verlege. Die Oberschenkel stehen nicht mehr so im Fokus. Bei meiner aktuellen Gangart spielen die Waden kaum eine Rolle. Bei der richtigen Gangart aber schon. Aus den Waden laufen kann ich nicht. das muss ich lernen. Die Trainings die dazu im Einsatz sind werde ich bald auch veröffentlichen.

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Der Reiz an OpenOffice

Die Computer Presse feierte ihn bereits mindestens zwei mal, den Tod der freien Office Suite OpenOffice. Das letzte mal erlebte ich nicht wirklich mit. Denn ich hatte rund ein ein halb Jahre vorher meinen Rücktritt erklärt. Die Chancen standen damals aber wirklich schlecht. IBM die letzte Firma die bezahlte Entwickler stellten, hat sich vor etwas mehr als zwei Jahren aus dem Projekt zurückgezogen. Einige Leute von Apache OpenOffice sind zu LibreOffice abgewandert. Es gab eine bekannte Sicherheitslücke, und ein neues Release musste her. Eigentlich stand da bereits ein Plan, wie das Projekt zu den „retired projects“ (sowas wie der Apache Friedhof) verschoben werden soll. Dann der Aufschrei, damit war ja zu rechnen. Doch das OpenOffice kurz darauf mit einem Release nachzieht, damit war von aussen nicht zu rechnen.

Ich schaute dann mal wieder in die Mailing Liste und dachte, Aha tote Projekte haben eine Mailingliste mit 300 Mails im Monat. Ich schaute mir diesen sterbenden Haufen an und dachte mir: „Wisst ihr was, geneinsam sterben geht einfacher, also helfe ich Euch.“ Da sich die Presse noch nicht einig ist, wann Apache OpenOffice das nächste mal sterben soll, beschäftigen wir uns zwischen durch mit einem neuen Release. Vielleicht sollten wir uns da auch mal Gedanken über eine Namensänderung zu ZombieOffice machen 😉

Und für alle die es nicht verstanden haben. Mit dem Text da oben wollte ich eigentlich nur sagen, dass ich wieder im Projekt zurück bin.

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