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Hallo zusammen

Dieser Blog wird jetzt geschlossen, und es geht hier weiter. Danke fürs lesen und willkommen auf dem neuen Blog.

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02:00 Morgens

Hallo zusammen

Es ist gerade mitten in der Nacht, und ich habe nichts besseres zu tun, als einen Blog zu schreiben. Ich installierte gestern gerade Windows auf meinem Hauptrechner neu. Nach einem Jahr und vier Monaten wurde das ding zu wackelig um vernünftig zu arbeiten. Ja, ich gebe zu, ich quäle das ding ja schon. Ein Laptop eines Entwicklers zu sein ist eben kein Zuckerschleck. Der Computer ist auch noch nicht fertig installiert. Diverse SDK’s fehlen noch. Ich bin immer wieder erstaunt, wie gross die ganzen Entwickler Tools sind. Man muss wissen, dass ich aktuell kein Festnetz Internet zu Hause habe. Da ich viel unterwegs bin, hab ich auf eine komplett mobile Lösung umgestellt. Die Basis davon bildet ein Lenovo X240 Ultrabook. Eines der wohl leistungsstärksten subnotebook die es gibt. Dennoch kommt das Gerät vor allem bei der Entwicklung von OpenOffice an seine Grenzen. Deswegen habe ich zusätzlich wieder meinen vorherigen Haupt Computer einen I-Mac 2011er Modell in betrieb genommen. OpenOffice zu bauen braucht extreme Ressourcen. Da läuft ein vier Prozessoren Computer locker mal eine Stunde auf Volllast. Bauen nennt man im Entwickler jargon das übersetzen des Programmtextes in Maschinencode was für den Computer dann ausführbar ist. Solche Arbeiten, die der Computer alleine erledigen kann, lagere ich gerne mal aus. Dann hab ich meinen Hauptcomputer frei, und kann auch ohne Probleme ins Training gehen.

Aber aktuell ist in den Trainings eher Pause. Ich mache etwas Erhaltungstraining, mehr auch nicht. Da geht’s dann wieder richtig los im neuen Jahr.

Gruss Raphael

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Die neue Trainingsstrategie

Letzte Saison hatte ich wie bereits geschrieben, nicht den Erfolg den ich mir erhoffte. Die Idee war, möglichst schnell zu Fortschritten zu kommen. Dafür warf ich alle Trainings die ich bis jetzt kannte, und einen positiven Effekt auf die Behinderung hatten, in einen Topf. Die Fortschritte kamen auch… aber gingen auch wieder schnell. Nach dem Hoch riss es mich immer wieder in ein Tief. Diese waren teilweise so extrem, dass ich selbst bei alltäglichen Sachen wie dem Einkaufen Probleme bekam. Ich viel zum Beispiel einfach mal hin, was ich sonst nie tue.

Ich habe eine Theorie was da passiert sein könnte. Der Körper hat ja gewisse Bewegungsmuster, die für ihn stimmen. Bei meiner Behinderung sind die Bewegungsmuster wohl so abgestimmt, dass schlecht steuerbare Muskeln nicht, oder nur wenig gebraucht werden. Werden jetzt plötzlich neue Muskeln verfügbar. weil das Training die Ansprechbarkeit erhöht, beginnt das Hirn automatisch für die Muskeln eine Aufgabe zu finden. Das geht auch eine Weile gut. Doch dann kommt es irgendwann zur Überforderung oder zur sportlichen Disbalance. Dan beginnen die Probleme. Entweder Schmerzen, oder aber koordinative Schwierigkeiten. Wenn neue Muskeln in den Bewegungsablauf eingebaut werden, sind ja immer auch die übrigen Muskeln betroffen. Die haben aber bereits ihren Ablauf, und der ist tief im Hirn gespeichert. Je älter desto schwieriger lässt sich das modulieren. Wenn nun die neuen Muskeln aktiv sind, die alten aber noch genau das tun was sie immer taten, kann das nur zu Problemen führen. Irgendwann sagt dann das Hirn, stop, so geht das nicht, das neue Bewegungsmuster ist kacke ich schmeiss das wieder über Bord. Und schon sind die Fortschritte dahin.

Um dem Problem zu begegnen werde ich die Fortschritte weniger Forcieren. Sobald kleine Schritte da sind, werde ich wieder auf Erhaltungstraining umstellen. Damit kann sich der Körper hoffentlich langsam an die Veränderungen gewöhnen, und wirft nicht gleich wieder alles über Bord. Eine weitere Strategieänderung ist, dass ich den Trainingsschwerpunkt aktuell mehr auf die Wade verlege. Die Oberschenkel stehen nicht mehr so im Fokus. Bei meiner aktuellen Gangart spielen die Waden kaum eine Rolle. Bei der richtigen Gangart aber schon. Aus den Waden laufen kann ich nicht. das muss ich lernen. Die Trainings die dazu im Einsatz sind werde ich bald auch veröffentlichen.

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Der Reiz an OpenOffice

Die Computer Presse feierte ihn bereits mindestens zwei mal, den Tod der freien Office Suite OpenOffice. Das letzte mal erlebte ich nicht wirklich mit. Denn ich hatte rund ein ein halb Jahre vorher meinen Rücktritt erklärt. Die Chancen standen damals aber wirklich schlecht. IBM die letzte Firma die bezahlte Entwickler stellten, hat sich vor etwas mehr als zwei Jahren aus dem Projekt zurückgezogen. Einige Leute von Apache OpenOffice sind zu LibreOffice abgewandert. Es gab eine bekannte Sicherheitslücke, und ein neues Release musste her. Eigentlich stand da bereits ein Plan, wie das Projekt zu den „retired projects“ (sowas wie der Apache Friedhof) verschoben werden soll. Dann der Aufschrei, damit war ja zu rechnen. Doch das OpenOffice kurz darauf mit einem Release nachzieht, damit war von aussen nicht zu rechnen.

Ich schaute dann mal wieder in die Mailing Liste und dachte, Aha tote Projekte haben eine Mailingliste mit 300 Mails im Monat. Ich schaute mir diesen sterbenden Haufen an und dachte mir: „Wisst ihr was, geneinsam sterben geht einfacher, also helfe ich Euch.“ Da sich die Presse noch nicht einig ist, wann Apache OpenOffice das nächste mal sterben soll, beschäftigen wir uns zwischen durch mit einem neuen Release. Vielleicht sollten wir uns da auch mal Gedanken über eine Namensänderung zu ZombieOffice machen 😉

Und für alle die es nicht verstanden haben. Mit dem Text da oben wollte ich eigentlich nur sagen, dass ich wieder im Projekt zurück bin.

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Lange Pause heist viel zu schreiben!

Hallo zusammen

Eigentlich weiss ich gar nicht wo ich anfangen soll. Ich war ja sehr lange still, wofür ich mich entschuldige. Meine Schreibfaulheit hatte eben wieder mal die Oberhand, da ist nichts zu machen :p Dafür werde ich Euch jetzt mit Texten bombardieren.

Ja, meine Leichtathletik Saison ist zu ende und das Ziel noch auf 25 sec auf 100 m zu kommen verpasst. Nach meiner PB in Winterthur von 28.88 ging es eigentlich nur noch bergab. Da konnte auch die Senioren Schweizermeisterschaft in Bellinzona nichts ändern. Das war durchaus ein schöner Ausflug. Das einzige Meeting für das ich mir zwei Tage zeit nahm. Ich reiste bereits am Vortag an, und übernachtete in Bellinzona. Am Wettkampfstag hat dann eigentlich auch das Wetter gepasst. Sonnenschein, trockene Bahn. Aber meine Leistung stimmte nicht.

Trotzdem hat die Saison Spass gemacht. Ich war immer wieder beeindruckt, welchen Respekt man mir entgegenbrachte. Seien es die anderen Läufer die hinter der Ziellinie warteten um mit mir abklatschen zu können. Oder das Publikum dass erst dann richtig laut wurde, als ich alleine auf der Bahn war. An die vielen positiven Kommentare gar nicht zu denken. Es geht eben nicht immer darum, der Schnellste zu sein. Es zählt auch der Einsatz.

Leider ist aber das Ziel, mit dem Sport die Behinderung zu reduzieren in der ersten Saison fehl geschlagen. Doch deswegen lassen wir nicht den Kopf hängen. Im Gegenteil, es wäre ein ziemlicher Glücksgriff gewesen, wenn ich bereits in der ersten Saison die richtige Trainingsmethode gefunden hätte. Und so stehe ich bereits jetzt wieder auf dem Sportplatz bewaffnet mit einem neuen Trainingskonzept und dem berühmt berüchtigten Raphi Durchhaltewillen.

Und hier kommen noch die schlechten Nachrichten für alle die mich endlich auf dem Sportfeld loswerden wollen. Die nächsten vier Jahre müsst ihr mich noch ertragen ob es Euch gefällt oder nicht. Dann schauen wir weiter!

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Sport als Therapie, eine Zwischenbilanz

Schon bald ein Jahr ist es her, seit ich meine Ankündigung machte, dass ich mich dem Thema Training als Therapie widmen will. Gleich vorweg, der grosse Durchbruch ist mir bis jetzt nicht gelungen, die Saison ist allerdings auch noch nicht zu Ende. Ein paar Wochen habe ich noch Zeit, und die will ich auch nutzen.

Nichts desto trotz konnte ich Erfolge feiern. Der grösste ist wahrscheinlich, dass ich mein Rechter Quadroceps nun langsam ansteuern kann. Dieser Muskel ist bei mir am stärksten von der Spastik betroffen. Vor einem Jahr hatte ich noch kaum Kontrolle über ihn. Ironischerweise reisst genau dieser Muskel aktuell die Kadenz (Schritfrequenz) in den Keller, da er mit den schnellen Bewegungen nicht mithalten kann. Es braucht wohl einfach Zeit, bis der „neue“ Muskel in das Bewegungsmuster eingearbeitet ist. Eine andere Verbesserung bemerkte ich beim 800m. Früher war es bei etwas längeren Läufen so, dass ich bis zu einem bestimmten Punkt laufen konnte und ab einer gewissen Ermüdung gab es wie ein Zusammenbruch. Die Spastik schnellte in die höhe und das Laufmuster wurde extrem schlecht. Dann ging eigentlich nichts mehr. Beim 800m in Sarnen konnte ich mich immer wieder Fangen, und der Lauf sah von aussen sehr regelmässig aus.

Auch wenn mir bis Ende Saison den durchschlagenden Erfolg nicht gelingen sollte, so feierte ich trotzdem ein paar kleine Erfolge. Ich werde auf jeden Fall weiter machen, ich bin überzeugt, dass da noch viel mehr drin liegt. Und DANKE für Eure Unterstützung, sei es im Training, am Wettkampf oder auch nur mit Gedanken. Ohne Euch hätte ich vermutlich schon lange keine Energie mehr!

Das hier ist der zweite Lauf in Regensdorf (CH). Den ich mit etwas über 32 Sec abschloss. die PB liegt bei 28.88 also 3,5 Sekunden tiefer. Ist halt nur handy Qualität. Trotzdem würde ich mich über ein like freuen.

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Vorbereitung für ein entscheidendes Rennen

„Auf Eure Plätze“, Drei mal klatsche ich in die Hände und gehe zum Startpflock, gehe in die Startposition. Dann positioniere ich die Hände genau an der Startlinie. Hebe noch einmal den Kopf und denke „Go Raphi Go“. Dann den blick runter. „Fertig…“, der Startschuss, und die Muskeln beginnen zu arbeiten. Nach den ersten 15 Meter versuche ich zu ziehen. Die Muskeln einsetzen die seit 35 Jahren kaum was taten. Ich achte auf die Arm Bein coordination, sonst. 50.. 60, 70 Meter. Locker bleiben und hoch laufen, auf die Arme achten und schön ziehen 90… 100 Meter, geschafft, ich bin im Ziel!

Immer wieder spiele ich diese Szene mental durch. Im Sport ist vieles Kopfsache. Ich habe ein wichtiger Wettkampf diese Woche. Nein, ich muss keine Limite laufen. Aber diese Woche wird sich zeigen ob ich die Persönliche Bestleistung wieder knacken kann. Eine 25er Zeit traut mir mein Trainer diese Saison noch zu. Das ist drei Sekunden unter meiner jetztigen PB.

Jede Sekunde die ich wettmache geht auf Kosten der Behinderung und genau das will ich. Auch wenn mir das viele nicht glauben, es war ein harter psychologischer Prozess, soweit zu kommen. Bei allen Nachteilen die eine Behinderung hat, sie ist eben doch etwas sehr persönliches, ein Wegbegleiter. Vieles hätte ich ohne sie nie erlebt. Dennoch bin ich nun bereit, auf den grossen Schritt.

Eigentlich rechne ich nicht damit, dass ich schon dieses Jahr normal gehen werde. Aber klare Fortschritte sind sicher möglich. Unter anderem auch in Notwil diese Woche. Und wer weiss vielleicht geschieht ja doch noch ein kleines Wunder.

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