Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Einstellung!

Wie geht man als Leistungssportler eigentlich mit schlechtem Wetter um. Schliesslich kann man ja wegen ein paar Regentropfen nicht ein Training ausfallen lassen. Nun, da hat jeder so seine eigene Strategie. Meine Einstellung zu schlechtem Wetter hat sich bei mir nach einer Schlüsselszene grundlegend verändert. Die Geschichte möchte ich Euch heute erzählen.

Herbst 2005, ich hatte Lymphdrüsenkrebs. Doch mir ging es blendend. Die Chemo die ich hatte, bescherte mir keine Nebenwirkungen, ich hatte keine Trainingsausfälle und war voll Leistungsfähig. Die Chemo, die ich alle zwei Wochen erhielt wurde jeweils zwischen zwei Trainings gepackt. Ein Morgen und ein Abendtraining. 12 mal Training die Woche, ich lief an der Grenze des Möglichen.

Ich lag an einem Montag wieder mal in einer Chemo. Meine Stimmung war nicht die beste. Nicht wegen dem Krebs, sondern wegen dem Wetter. Draussen Regnete es wie aus Eimern, und ein Ende war nicht in Sicht. 5 Minuten reichten um durchnässt zu sein. „In diesem scheiss Wetter soll ich nachher Trainieren gehen? DANKE.“

Neben mir lag ein Mann den ich schon von anderen Behandlungen kannte. Er war sonst durchaus optimistisch, doch heute sah er sehr besorgt aus. Als ich ihn darauf ansprach sagte er: „Wissen sie, ich glaube ich schaff das alles nicht.“ Ich war geschockt, der Mann hatte Familie und Kinder. Wir kamen ins Gespräch, sprachen über Ziele und darüber, dass ärztliche Prognosen doch nur dazu da sind, widerlegt zu werden. Der Gesichtsausdruck des Mannes verbesserte sich immer mehr. Ich war etwas früher fertig und so verabschiedete ich mich von ihm: Als er mir die Hand reichte sagte er: „Vielen vielen Dank, sie haben mir die Hoffnung zurückgegeben. Gehen sie nun trainieren und lassen sie sich vom Wetter nicht beeinflussen.

Ganz ehrlich, was haben wir Sportler doch für Luxusproblemchen. Wegen ein paar Regentropfen jammern wir rum. Was soll das?!? Denkt verdammt noch mal dran, während wir uns durch den Regen schlagen, kämpfen andere um ihr Überleben!

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Tief nach der PB in Winterthur

Nach der Persönlichen Bestleistung in Winterthur ging es nur noch runter. In Schaffhausen brauchte ich für den 100m 35,33 sec. Das ist rund 6,5 sec mehr als in Winterthur drei Tage zu vor. Montag musste ich das Training abbrechen. Heute war auch kein wirkliches Training möglich. Die Koordination war so schlecht. dass sie mich sogar beim normalen gehen beeinträchtigte.

Schlägt nun die Behinderung zurück? nicht wirklich. Das Phänomen ist mehr als bekannt. Vor Fortschritten geht es erst mal schlechter, da der Körper sich auf neue Bewegungsabläufe einstellt. Falls Fortschritte für dieses Tief verantwortlich sind, dürfte es in Horw spannend werden. Dann könnte es tatsächlich schon wieder eine PB meinerseits geben.

Morgen werde ich noch mal etwas koordinatives Training auf dem Velo machen, um die Neueinstellung der Abläufe etwas zu unterstützen.

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Persönliche Bestleistung in Winterthur!!!

Yes!!! es musste so kommen. Gestern bei optimalen Wetterbedingungen knackte ich auf 100m meine Bestzeit klar um über eine Sekunde. Neue Zeit ist 28.88. Besonders brisant, die alte Bestzeit wurde keine drei Wochen alt!!! Diese Steigerung geht klar auf das Konto der verbesserten Koordination. Doch lange freuen kann ich mich nicht. Schon morgen stehe ich in Schaffhausen am Start.

Ich möchte an dieser Stelle meinen Trainern, Teamkollegen, und natürlich meinen Fans danken. Ihr seit eine riesige Unterstützung.

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Kommende Meetings

Ich bin nun an folgenden Leichtathletik Meetings angemeldet:

  • Winterthour 27.5.2016 100m Start ist um 19:30 Uhr
  • Schaffhausen 29.5.2016 100m Start ist um 12:15
  • Horw, 4.6.2016 100m Start vermutlich um 12:00 Uhr (nicht Definitiv)

Vielleicht sieht man sich ja an dem einen oder anderen Meeting.

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Analyse vom Lauf in Zug

Ok, für die meisten Zuschauer in Zug war der Lauf einfach super. Doch ich war alles andere als zu frieden und ich hatte natürlich Gründe für meine Unzufriedenheit. Der Start war ganz ok, doch nach etwa 50m brach ich ein. Dabei hatte ich beim Einlaufen trotz Patellas Sehnen Probleme eigentlich ein gutes Gefühl. Wie konnte es also zu dem Resultat kommen.

Leider existiert kein Video von dem Lauf. Das hätte ich gerne noch mals angesehen. Problem eins lag in der Vorbereitung. Ich bin vor dem Lauf noch nie über 100m im Training gelaufen. Also zumindest nicht diese Saison. Die Woche vor dem Lauf wollte ich das noch einplanen, war aber aufgrund der Verletzung nicht möglich.

Das Hauptproblem liegt aber ganz wo anders, und geht auf das Wintertraining zurück. Diesen Winter schaffte ich es zum ersten mal meinen Spastischen rechten Quadroceps bewusst anzusteuern. Ein Fortschritt zerstörte also den lauf? Genau. Der Muskel gibt zwar sein Bestes, hat aber bei hohen Kadenzen wie sie bei einem 100m gelaufen werden, keine Chance mitzuhalten. Die Koordination macht das noch nicht mit. So gerät der Muskel immer mehr in den Rückstand bis irgendwann der Punkt kommt, bei dem er gegen sein Komplementärmuskel zieht. Will heissen, Kniebeuger und Kniestrecker ziehen gemeinsam. Und schon ist die Katastrophe perfekt 😉 Die restlichen 50 Meter reichten dann natürlich nicht mehr, um mich wieder zu fangen. Ein weiteres Problem ist, dass mein Stehvermögen noch nicht so gut ist.

Nun, wie geht man diese Probleme an. Als erstes habe ich ab sofort auch Läufe bis 100m später dann auch noch länger eingeplant. Für die Läufe habe ich folgende Möglichkeiten. Entweder ich warte, bis die Koordination dieser Muskel aufgeholt hat, oder ich setzt die Kadenz runter. Da die erste Lösung seine Zeit braucht, habe ich mich vorübergehend für die zweite entschieden. Ich werde also in Sarnen mit einer tieferen Kadenz starten. Dafür versuche ich längere Schritte zu machen. Theoretisch sollte so die Zeit langsamer werden. Ich rechne allerdings mit einer gleichen oder sogar leicht besseren Zeit.

Das Wetter wird ja nicht so schön diesmal, aber ich lasse mich davon nicht aufhalten. Vielleicht sieht man sich ja in Sarnen

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Harte Trainingswoche und neue Wettkämpfe

Nach Zug steht nun eine harte Trainingswoche vor mir. Geplant sind mindestens vier Trainings und am Samstag Wettkampf in Sarnen. Ich möchte mich noch bei Zug bedanken. Ich hatte ja damit gerechnet, dass ich angefeuert werde, aber das die ganze Tribüne im Takt zu klatschen beginnt, darauf war ich nicht vorbereitet.

Der Lauf war eigentlich schlecht. Doch ausser mir hat sich wohl niemand daran gestört. Im Gegenteil, ich hatte das Gefühl als ob es genau das ist, was das Publikum sehen will. Was die Leute nicht wussten, worum es mir wirklich geht. Die wenigsten wussten von meinem Ziel „normal zu Laufen..“ Ich habe jetzt schon den Eindruck ich habe eine Mauer hinter mir, wie wird das bloss, wenn die Leute von meinem Ziel erfahren? Zug war ein riesiger Motivationsschub für mich und zeigte mir wieder mal wie wichtig das alles ist.

Doch nur mit Beifall ernten ist nicht getan. Die Zeit die ich in Zug lief war eine Katastrophe und ich habe ein grosses Verbesserungspotential nach oben. Deswegen werden jetzt die Trainings wieder wichtig. Eine Analyse was falsch lief kommt später noch. Auf jeden Fall stehen diese Woche wieder mindestens vier Trainings an. Eines hab ich bereits hinter mir. Am Samstag stehe ich dann wieder auf der Bahn. Es war also nicht das letzte mal.

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Glaubt ihr noch an Sportwunder?

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Meine Schuhe mit dem SoH „Sport of Hope“

Keine 72 Stunden und ich stehe auf der Bahn. Ein Moment den ich seit fast 10 Jahre bewusst und unbewusst mit allen Mitteln vermieden habe. Ich hatte eine tierische Angst davor. Ob der Lauf ein Erfolg wird oder nicht spielt eigentlich keine Rolle, denn nur schon dass ich laufe ist ein Erfolg. Es ist das Resultat jahrelangen Trainings. Ich gehe allerdings nicht für die Vergangenheit an den Start. Ich starte mit einem grossen Ziel. Ich glaube nämlich dass Sport das Unmögliche möglich machen kann. Mein Ziel ist die Behinderung (Cerebral Parese) zu besiegen. Als Zeichen dass ich an Unmögliches auf dem Sportfeld glaube, habe ich meine Laufschuhe mit „SoH“ gekennzeichnet.

Und wer weiss, vielleicht findet die Innschrift auch den Weg auf andere Schuhe. Danke an alle die noch an Sportwunder glauben. Denn ihr alle tragt dazu bei, dass diese Wunder auch tatsächlich geschehen!

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