Lange Pause heist viel zu schreiben!

Hallo zusammen

Eigentlich weiss ich gar nicht wo ich anfangen soll. Ich war ja sehr lange still, wofür ich mich entschuldige. Meine Schreibfaulheit hatte eben wieder mal die Oberhand, da ist nichts zu machen :p Dafür werde ich Euch jetzt mit Texten bombardieren.

Ja, meine Leichtathletik Saison ist zu ende und das Ziel noch auf 25 sec auf 100 m zu kommen verpasst. Nach meiner PB in Winterthur von 28.88 ging es eigentlich nur noch bergab. Da konnte auch die Senioren Schweizermeisterschaft in Bellinzona nichts ändern. Das war durchaus ein schöner Ausflug. Das einzige Meeting für das ich mir zwei Tage zeit nahm. Ich reiste bereits am Vortag an, und übernachtete in Bellinzona. Am Wettkampfstag hat dann eigentlich auch das Wetter gepasst. Sonnenschein, trockene Bahn. Aber meine Leistung stimmte nicht.

Trotzdem hat die Saison Spass gemacht. Ich war immer wieder beeindruckt, welchen Respekt man mir entgegenbrachte. Seien es die anderen Läufer die hinter der Ziellinie warteten um mit mir abklatschen zu können. Oder das Publikum dass erst dann richtig laut wurde, als ich alleine auf der Bahn war. An die vielen positiven Kommentare gar nicht zu denken. Es geht eben nicht immer darum, der Schnellste zu sein. Es zählt auch der Einsatz.

Leider ist aber das Ziel, mit dem Sport die Behinderung zu reduzieren in der ersten Saison fehl geschlagen. Doch deswegen lassen wir nicht den Kopf hängen. Im Gegenteil, es wäre ein ziemlicher Glücksgriff gewesen, wenn ich bereits in der ersten Saison die richtige Trainingsmethode gefunden hätte. Und so stehe ich bereits jetzt wieder auf dem Sportplatz bewaffnet mit einem neuen Trainingskonzept und dem berühmt berüchtigten Raphi Durchhaltewillen.

Und hier kommen noch die schlechten Nachrichten für alle die mich endlich auf dem Sportfeld loswerden wollen. Die nächsten vier Jahre müsst ihr mich noch ertragen ob es Euch gefällt oder nicht. Dann schauen wir weiter!

Advertisements
Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Sport als Therapie, eine Zwischenbilanz

Schon bald ein Jahr ist es her, seit ich meine Ankündigung machte, dass ich mich dem Thema Training als Therapie widmen will. Gleich vorweg, der grosse Durchbruch ist mir bis jetzt nicht gelungen, die Saison ist allerdings auch noch nicht zu Ende. Ein paar Wochen habe ich noch Zeit, und die will ich auch nutzen.

Nichts desto trotz konnte ich Erfolge feiern. Der grösste ist wahrscheinlich, dass ich mein Rechter Quadroceps nun langsam ansteuern kann. Dieser Muskel ist bei mir am stärksten von der Spastik betroffen. Vor einem Jahr hatte ich noch kaum Kontrolle über ihn. Ironischerweise reisst genau dieser Muskel aktuell die Kadenz (Schritfrequenz) in den Keller, da er mit den schnellen Bewegungen nicht mithalten kann. Es braucht wohl einfach Zeit, bis der „neue“ Muskel in das Bewegungsmuster eingearbeitet ist. Eine andere Verbesserung bemerkte ich beim 800m. Früher war es bei etwas längeren Läufen so, dass ich bis zu einem bestimmten Punkt laufen konnte und ab einer gewissen Ermüdung gab es wie ein Zusammenbruch. Die Spastik schnellte in die höhe und das Laufmuster wurde extrem schlecht. Dann ging eigentlich nichts mehr. Beim 800m in Sarnen konnte ich mich immer wieder Fangen, und der Lauf sah von aussen sehr regelmässig aus.

Auch wenn mir bis Ende Saison den durchschlagenden Erfolg nicht gelingen sollte, so feierte ich trotzdem ein paar kleine Erfolge. Ich werde auf jeden Fall weiter machen, ich bin überzeugt, dass da noch viel mehr drin liegt. Und DANKE für Eure Unterstützung, sei es im Training, am Wettkampf oder auch nur mit Gedanken. Ohne Euch hätte ich vermutlich schon lange keine Energie mehr!

Das hier ist der zweite Lauf in Regensdorf (CH). Den ich mit etwas über 32 Sec abschloss. die PB liegt bei 28.88 also 3,5 Sekunden tiefer. Ist halt nur handy Qualität. Trotzdem würde ich mich über ein like freuen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Vorbereitung für ein entscheidendes Rennen

„Auf Eure Plätze“, Drei mal klatsche ich in die Hände und gehe zum Startpflock, gehe in die Startposition. Dann positioniere ich die Hände genau an der Startlinie. Hebe noch einmal den Kopf und denke „Go Raphi Go“. Dann den blick runter. „Fertig…“, der Startschuss, und die Muskeln beginnen zu arbeiten. Nach den ersten 15 Meter versuche ich zu ziehen. Die Muskeln einsetzen die seit 35 Jahren kaum was taten. Ich achte auf die Arm Bein coordination, sonst. 50.. 60, 70 Meter. Locker bleiben und hoch laufen, auf die Arme achten und schön ziehen 90… 100 Meter, geschafft, ich bin im Ziel!

Immer wieder spiele ich diese Szene mental durch. Im Sport ist vieles Kopfsache. Ich habe ein wichtiger Wettkampf diese Woche. Nein, ich muss keine Limite laufen. Aber diese Woche wird sich zeigen ob ich die Persönliche Bestleistung wieder knacken kann. Eine 25er Zeit traut mir mein Trainer diese Saison noch zu. Das ist drei Sekunden unter meiner jetztigen PB.

Jede Sekunde die ich wettmache geht auf Kosten der Behinderung und genau das will ich. Auch wenn mir das viele nicht glauben, es war ein harter psychologischer Prozess, soweit zu kommen. Bei allen Nachteilen die eine Behinderung hat, sie ist eben doch etwas sehr persönliches, ein Wegbegleiter. Vieles hätte ich ohne sie nie erlebt. Dennoch bin ich nun bereit, auf den grossen Schritt.

Eigentlich rechne ich nicht damit, dass ich schon dieses Jahr normal gehen werde. Aber klare Fortschritte sind sicher möglich. Unter anderem auch in Notwil diese Woche. Und wer weiss vielleicht geschieht ja doch noch ein kleines Wunder.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Einstellung!

Wie geht man als Leistungssportler eigentlich mit schlechtem Wetter um. Schliesslich kann man ja wegen ein paar Regentropfen nicht ein Training ausfallen lassen. Nun, da hat jeder so seine eigene Strategie. Meine Einstellung zu schlechtem Wetter hat sich bei mir nach einer Schlüsselszene grundlegend verändert. Die Geschichte möchte ich Euch heute erzählen.

Herbst 2005, ich hatte Lymphdrüsenkrebs. Doch mir ging es blendend. Die Chemo die ich hatte, bescherte mir keine Nebenwirkungen, ich hatte keine Trainingsausfälle und war voll Leistungsfähig. Die Chemo, die ich alle zwei Wochen erhielt wurde jeweils zwischen zwei Trainings gepackt. Ein Morgen und ein Abendtraining. 12 mal Training die Woche, ich lief an der Grenze des Möglichen.

Ich lag an einem Montag wieder mal in einer Chemo. Meine Stimmung war nicht die beste. Nicht wegen dem Krebs, sondern wegen dem Wetter. Draussen Regnete es wie aus Eimern, und ein Ende war nicht in Sicht. 5 Minuten reichten um durchnässt zu sein. „In diesem scheiss Wetter soll ich nachher Trainieren gehen? DANKE.“

Neben mir lag ein Mann den ich schon von anderen Behandlungen kannte. Er war sonst durchaus optimistisch, doch heute sah er sehr besorgt aus. Als ich ihn darauf ansprach sagte er: „Wissen sie, ich glaube ich schaff das alles nicht.“ Ich war geschockt, der Mann hatte Familie und Kinder. Wir kamen ins Gespräch, sprachen über Ziele und darüber, dass ärztliche Prognosen doch nur dazu da sind, widerlegt zu werden. Der Gesichtsausdruck des Mannes verbesserte sich immer mehr. Ich war etwas früher fertig und so verabschiedete ich mich von ihm: Als er mir die Hand reichte sagte er: „Vielen vielen Dank, sie haben mir die Hoffnung zurückgegeben. Gehen sie nun trainieren und lassen sie sich vom Wetter nicht beeinflussen.

Ganz ehrlich, was haben wir Sportler doch für Luxusproblemchen. Wegen ein paar Regentropfen jammern wir rum. Was soll das?!? Denkt verdammt noch mal dran, während wir uns durch den Regen schlagen, kämpfen andere um ihr Überleben!

Veröffentlicht unter Allgemein, Motivation, Sport | Kommentar hinterlassen

Tief nach der PB in Winterthur

Nach der Persönlichen Bestleistung in Winterthur ging es nur noch runter. In Schaffhausen brauchte ich für den 100m 35,33 sec. Das ist rund 6,5 sec mehr als in Winterthur drei Tage zu vor. Montag musste ich das Training abbrechen. Heute war auch kein wirkliches Training möglich. Die Koordination war so schlecht. dass sie mich sogar beim normalen gehen beeinträchtigte.

Schlägt nun die Behinderung zurück? nicht wirklich. Das Phänomen ist mehr als bekannt. Vor Fortschritten geht es erst mal schlechter, da der Körper sich auf neue Bewegungsabläufe einstellt. Falls Fortschritte für dieses Tief verantwortlich sind, dürfte es in Horw spannend werden. Dann könnte es tatsächlich schon wieder eine PB meinerseits geben.

Morgen werde ich noch mal etwas koordinatives Training auf dem Velo machen, um die Neueinstellung der Abläufe etwas zu unterstützen.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Persönliche Bestleistung in Winterthur!!!

Yes!!! es musste so kommen. Gestern bei optimalen Wetterbedingungen knackte ich auf 100m meine Bestzeit klar um über eine Sekunde. Neue Zeit ist 28.88. Besonders brisant, die alte Bestzeit wurde keine drei Wochen alt!!! Diese Steigerung geht klar auf das Konto der verbesserten Koordination. Doch lange freuen kann ich mich nicht. Schon morgen stehe ich in Schaffhausen am Start.

Ich möchte an dieser Stelle meinen Trainern, Teamkollegen, und natürlich meinen Fans danken. Ihr seit eine riesige Unterstützung.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Kommende Meetings

Ich bin nun an folgenden Leichtathletik Meetings angemeldet:

  • Winterthour 27.5.2016 100m Start ist um 19:30 Uhr
  • Schaffhausen 29.5.2016 100m Start ist um 12:15
  • Horw, 4.6.2016 100m Start vermutlich um 12:00 Uhr (nicht Definitiv)

Vielleicht sieht man sich ja an dem einen oder anderen Meeting.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen